Lebenshof Odenwald e.V.
Zufluchtsort
Auf dem Lebenshof in Mörlenbach (Landkreis Bergstraße) leben aktuell über 50 Tiere. Es sind vor allem Nutztiere wie Rinder, Schweine, Ziegen, Puten, Hühner, Enten und Kaninchen. Auf dem Gnadenhof haben sie ein artgerechtes Leben gefunden und dürfen sich dort im natürlichen Lebensraum bewegen.
Der Lebenshof finanziert sich hauptsächlich durch Spenden und Tierpatenschaften. Damit werden die Kosten für Futtermittel, täglichen Tierbedarf, medizinische Versorgung, Administration, Versicherungen und Personal gedeckt – außerdem noch für Miete sowie die Pflege und Instandhaltung des Hofes.
Falls Du spenden möchtest, findest Du unten die Details.
Die Gründe, warum die Tiere abgegeben wurden, sind ganz unterschiedlich und jedes Tier hat eine individuelle Geschichte. Manche Jungtiere wurden von der Mutter nicht angenommen, waren krank, wurden ausgesetzt, etc. Einige Kühe kamen aus Mutterkuhhaltungen und das junge Kalb Eddy war physisch und vermutlich auch kognitiv beeinträchtigt, sodass ein Leben in einer Herde nicht möglich und auch gefährlich gewesen wäre.
Legehühner, egal ob Bio, Freiland oder Legebatterie, werden nach einem Jahr ausgetauscht, da sie dann nicht mehr so viele Eier legen – obwohl sie eigentlich eine Lebenserwartung von etwa sieben Jahren haben.
Auf dem Lebenshof wohnen aktuell 10 gerettete Hühner sowie Hahn Henry. Einige von den Buschhühner waren sog. “Projekthühner”, d.h., sie haben Fasaneneier ausgebrütet (um die Population wieder zu steigern) und haben den Küken auch das Fliegen beigebracht. Nach Beendigung des Projekts gab es für sie keine Verwendung mehr, doch der Lebenshof nahm sie auf.
Besuchertage
Im Mai und September fanden mehrere Besuchertage statt, bei denen die Tierpaten den Hof besichtigen durften. In diesem Rahmen war ich auch auf dem Hof, um bei meinem Paten-Kälbchen Fritz vorbeizuschauen. Falls sich jemand wundert, warum auch Kälbchen gerettet werden müssen: männliche Kälber sind in Milchviehbetrieben “nutzlos”, da sie keine Milch geben, daher werden sie früh geschlachtet. Das gleiche gilt für weibliche Kälber in Mastbetrieben.
Ziel ist auch, dass die Besucher erfahren, wie Nutztierhaltung funktioniert und welchem Leid die Tiere ausgesetzt sind. Der Lebenshof möchte auch ein besseres Verständnis von den Bedürfnissen der Tiere kommunizieren. Das geschieht vor allem auf Instagram,
Gestatten, Hans!
Der Warzenerpel wohnt seit ca. 2,5 Jahren auf dem Hof. Damals war er aus einer Kleintierzuchtanlage ausgebüxt und wurde später im Nachbarort gefunden. Auch nachdem der vorherige Besitzer gefunden wurde, durfte Hans auf dem Hof bleiben.
Laut einer Mitarbeiterin wird er gerne gelobt und mag es sehr, wenn mit ihm gesprochen wird. Dann stellt er stolz seinen Kamm auf.
Der “Kuhflüsterer”
Gegründet wurde der Hof übrigens von Joar Berge. Unterstützt wird er dabei von einigen Freunden, die auch mitanpacken. Der IT-Spezialist mit norwegischen Wurzeln hat zuvor lange in verschiedenen Metropolen gelebt. Nun setzt er seine Skills für die Öffentlichkeitsarbeit für den Lebenshof ein. Er findet, dass viele Menschen den Bezug zu Tieren verloren haben und auch nicht wissen, woher das Fleisch auf dem Teller kommt.
Joar ist selbst auf dem Land aufgewachsen, war als Kind viel auf Bauernhöfen unterwegs und hatte dort viel mit Kühen zu tun. Auf seiner Lieblingskuh Rexi ist er sogar geritten. Da sie als Milchkuh nach dem ersten Kalb nicht die gewünschte Leistung erbrachte, wurde sie recht bald geschlachtet. Er beschreibt diese Erfahrungen als sehr prägend.
Nach Jahren in Großstädten wie Köln, Berlin und Nizza zog er schließlich wieder zurück in den Odenwald und kaufte die ersten Kühe Emma und Dagi. Den IT-Job macht er im Home Office und kümmert sich ansonsten um die Tiere.
Im Frühjahr 2020 wollte er mit seinen Kühen umziehen und stieß zufällig auf eine Familie, die bereits einen Bauernhof hatte. Auf diesem Hof gab es bereits einige gerettete Tiere, das Mindset hat also gepasst.
Eine WDR-Doku taufte ihn den “Kuhflüsterer” - die Doku findet ihr hier.
Besonders beliebt war am Besuchstag übrigens das Refugium der Rinder und Kühe. Die Tiere kamen bei den Besuchern gut an und zum Kuhstreicheln musste man fast Schlange stehen. Sie waren allerdings alle tiefenentspannt und schienen die Aufmerksamkeit und unzählige Streicheleinheiten sehr genossen zu haben.
Lebenshof Odenwald e.V.
Blumenstr. 15
69509 Mörlenbach
Website: www.lebenshof-odenwald.de
E-Mail: kontakt[at]lebenshof-odenwald.de
Instagram: @lebenshof_odenwald
Spendenkonto:
Kontoinhaber: Lebenshof Odenwald e.V.
IBAN: DE63 5096 1592 0000 0543 56
BIC: GENODE51FHO
